Facebook macht Schule

Soziale Netzwerke boomen wie noch nie. Ob nun Communities wie instagram oder flickr, die sich auf Fotos fokussiert haben, oder Mini-Blogging-Dienste wie tumblr oder große Player wie Twitter und Facebook. Mit Freunden Erlebnisse, Bilder oder Aktivitäten teilen, ist mittlerweile ein großer Bestandteil sozialen Lebens junger Menschen geworden.

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Facebook hat sich etabliert und ist aus dem Alltag eines Großteils der Bevölkerung nicht mehr wegzudenken. Das belegen Zahlen eindrucksvoll: Etwa 845 Mio. Menschen weltweit nutzen den Dienst, in Deutschland hat bereits jeder vierte ein Facebook-Profil, Tendenz steigend. Immerhin 16% der Facebook-Nutzer sind 17 Jahre und jünger. Viele Jugendliche verfügen heute über einen eigenen Computer sowie ein Handy mit Internetzugang.

Und so wird Facebook zum ständigen Begleiter in allen Lebenslagen. Zu checken, was es Neues im Freundeskreis gibt, Dinge an das eigene Netzwerk posten, die man gerade tut oder die einen beschäftigen – all das ist ganz selbstverständlich in den Alltag integriert. Und: Nur wer regelmäßig etwas postet, gehört dazu. Jugendliche bewegen sich so mit einer großen Selbstverständlichkeit in dem sozialen Netzwerk, dessen Funktionsweise vielschichtig und an vielen Stellen nur schwer zu durchschauen ist.

Alles Teufelszeug?

Viele Eltern und Lehrer verfügen selbst über deutlich weniger Erfahrung mit Facebook und anderen Social Network Diensten als ihre Kinder. Sie sehen sich mit der Frage konfrontiert, wie sie den jungen Menschen einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzwerken vermitteln können. Denn eins ist klar: Verteufeln und verbieten hilft nicht weiter – und macht auch keinen Sinn. Der kritische Umgang mit Informationen und das Wissen um die Möglichkeiten, moderne Medien sinnvoll zu nutzen und kreativ mitzugestalten, sind wichtige Schlüsselkompetenzen für die private und berufliche Zukunft. 

Facebook als Schulfach

Eine Umfrage unter Berliner Eltern im September 2011 ergab, dass ein Großteil die Einführung eines Schulfaches „Medienkompetenz“ begrüßen würde. Und auch in anderen Bundesländern tut sich etwas: Das Land Niedersachsen plant, den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken wie Facebook fest in den Lehrplänen der Schulen zu verankern, in Nordrhein Westfalen wird die Einführung eines Medienkompetenzführerscheines diskutiert, in anderen Ländern sind ähnliche Vorhaben im Gespräch. Das Ziel eines solchen Unterrichtsfaches ist in allen Ländern ähnlich: Schüler sollen im Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken wie Facebook unterrichtet werden. Themenbereiche wie Datensicherheit, der Umgang mit persönlichen Daten, Zuverlässigkeit von Information und rechtliche Fragen, beispielsweise nach Urheberrechten, könnten auf dem Lehrplan stehen. Die Frage, wie man seine persönlichen Daten am besten schützt, und wie man Informationen aus dem Internet bewertet, stehen dabei ganz oben auf der Liste. 

Eltern werden damit nicht von jeder Verantwortung entbunden. Sie sollten weiterhin Interesse zeigen für das, was ihre Kinder im Netz treiben. Verbote und das Sperren bestimmter Seiten kann da nicht der richtige Weg sein. Stattdessen helfen Gespräche und ein stetes Interesse an dem, was der Sprössling in der Online-Welt eigentlich tut.