Google+: In der Kreis-Verwaltung

Keine Gruppen, keine Listen. Nein, Kreise sind bei Google+ das, worum sich alles dreht. Dabei handelt es sich nicht nur um eine nette, grafische Idee, sondern eine übersichtliche Kontaktverwaltung, die quasi das Sinnbild von Google+ geworden ist.

Eingekreist! Bei Google+ lassen sich Inhalte über die Kreise gezielt veröffentlichen.

Google+ bietet für die Personen-Selektion, also die Einordnung von Personen in bestimmte Gruppen, die sogenannten Kreise. In einen Kreis fügt man per Drag-and-Drop Personen hinzu, die jeweils nur bestimmte Inhalte sehen sollen. Bei Veröffentlichungen wie Bildern, Statusmeldungen oder Links, legt man individuell fest, wer den Inhalt sehen kann, indem man einen oder mehrere Kreise auswählt. 

Auf diese Art kann man ganz unbemerkt von der Öffentlichkeit Privatkorrespondenz mit nur einer Person führen, Fotos oder ein Video nur einer einzigen Person zugänglich machen - wenn sie sich in einem Ein-Personenkreis befindet. Google+-Produktmanager Bradley Horowitz erzählte letzten Monat in einem Interview, dass bei Google+ doppelt so viele Nutzer Inhalte privat teilten wie öffentlich. Mit diesem Verwaltungssystem hat Google+ anscheinend den Bedarf getroffen.

Kreise sind für alle da

In die Kreise kann man sowohl Personen aufnehmen, die schon bei Google+ sind als auch solche, die nicht registriert sind. Wer nicht bei Google+ ist, erhält dann einfach einen Hinweis auf den geteilten Beitrag per E-Mail. Ein deutlicher Unterschied zum sich nach außen stark abschottenden Facebook.

Gleichzeitig kann man beispielsweise auch einen Kreis für sich selber anlegen. Darin finden Notizen oder Netzfunde ihren Platz, die man später lesen oder einfach archivieren möchte. Da Kreise frei benannt und befüllt werden können, kann sich jeder Nutzer ein eigenes Kreis-Universum erschaffen. So teilt mancher Google-Plusser seine ihm zunächst unbekannten Erstkontakte in Interessant, langweilig und Nervensägen ein. Andere nutzen die ausgefeilte Kreissystematik gar nicht, weil sie grundsätzlich öffentlich posten.

Kreise anzulegen und Leute aus Kreisen wieder zu entfernen, ist die Grundlage des „Einkreisens“ bei Google+. So hat man auch die Möglichkeit, Kreise zu teilen, um interessante Leute anderen „Plussern“ zugänglich zu machen. Dadurch ist der Netzwerk-Charakter viel größer, als bei Facebook, wo man eher mit Bekannten und Freunden vernetzt ist.