Social Media: Warum das Kaufen von Fans oder Followern sich nicht lohnt

Wahre Freunde sind nicht käuflich, weder im Social Web noch im wahren Leben. Wer als Kind einmal versucht hat, mit Gratisbonbons und anderen Bestechungsversuchen Freunde zu finden, der weiß, dass echte Kameradschaft so nicht funktioniert. Zweckbeziehungen dieser Art scheitern spätestens dann, wenn das Gegenüber keinen Nutzen mehr aus der Beziehung ziehen kann. Eine dauerhafte Freundschaft entsteht so jedenfalls nicht.

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Gekaufte Fans sind nicht produktiv.

Fans kaufen ist so einfach …
Ganz ähnlich verhält es sich im Social Web. Kaufen kann man dort im Prinzip alles, was sich in Zahlen fassen lässt: Follower bei Twitter, Fans bei Facebook und Likes bei Google+ ebenso wie beispielsweise Aufrufe von Youtube Videos. Im Online-Auktionshaus ebay z. B. sind zurzeit 10.000 internationale Twitter Follower schon zum Festpreis von 23,89 Euro zu haben. Für ein rein deutschsprachiges Follower-Paket muss man etwas tiefer in die Tasche greifen: 1.000 deutsche Follower werden für um die 50 Euro gehandelt.

Eine weitere Möglichkeit, die eigenen Followerzahlen schnell und effektiv in die Höhe zu treiben, sind Tauschbörsen wie Twiends.com. Diese arbeiten nach dem Prinzip des Gebens und Nehmens: Dafür, dass man anderen Accounts folgt, erhält man Punkte, für die man sich wiederum Follower kaufen kann.

… warum also sollte man es nicht tun?
Fragt man Rechtsexperten, die sich auf Social Media spezialisiert haben, ist das Kaufen von Likes und Followern irreführende Werbung, und die ist in Deutschland verboten. Wer sich dennoch dazu hinreißen lässt, die Zahlen auf diesem Wege effektvoll zu manipulieren, kann damit schnell in die Falle tappen. Dann nämlich, wenn beispielsweise der Mitbewerber den Kauf durchschaut und mit einer Abmahnung droht. Doch neben den rechtlichen Folgen kann der Kauf von Fans vor allem einen erheblichen Imageverlust nach sich ziehen.

Das Problem: Gekaufte Fans identifizieren sich nicht wirklich mit dem Unternehmen und zeigen daher keine Interaktivität im Social Web. Weiterempfehlungen, ReTweets, relevante Kommentare oder gar spannende Diskussionen werden sich durch gekaufte Follower jedenfalls nicht erzielen lassen. Wenn dann noch ein unerklärlicher, sprunghafter Anstieg der Followerzahlen hinzukommt, fliegt der Betrug schnell auf.

Doch warum lässt sich dann überhaupt jemand auf den Kauf von Fans ein? Häufiger Beweggrund: Social Media Verantwortliche innerhalb der Unternehmen geraten schnell in Erklärungsnot, wenn z. B. der Hauptmitbewerber am Markt mit höheren Zahlen aufwarten kann. Der Griff in die Trickkiste ist in diesen Fällen nur allzu verlockend. Und auch einige Agenturen bzw. Social Media Dienstleister sehen sich genötigt, Fans zu kaufen um die Erwartungen des Kunden zu erfüllen. Dabei gibt es bessere Indikatoren, mit denen sich der Erfolg des eigenen Social Media Auftritts messen lässt als die reine Anzahl der Follower bzw. Fans.

Schauen Sie sich genau an, wie häufig Ihre Beiträge kommentiert und geteilt werden. Entstehen relevante Diskussionen auf Ihrer Facebookseite? Gibt es Retweets Ihrer Twitter-Beiträge? Diese und ähnliche Faktoren geben Auskunft über die Reichweite Ihrer Social Media Kampagne sowie die Relevanz für Ihre anvisierte Zielgruppe.